„Früher stand hier ein See – heute nur noch Staub.“ Mit diesen Worten beschreibt ein Ranger aus Simbabwe die Dürre im Hwange-Nationalpark, wo in einem einzigen Sommer mehr als hundert Elefanten verdursteten. Solche Bilder scheinen weit entfernt, doch auch bei uns verändert Wasserknappheit das Leben vieler Tiere – leiser, aber ebenso tiefgreifend.

Auch in Mitteleuropa trocknen kleine Bäche im Sommer immer häufiger aus. Fische und Krebse verlieren ihren Lebensraum, Frösche finden keine geeigneten Laichplätze mehr. Insekten, die auf feuchte Wiesen angewiesen sind, verschwinden – und mit ihnen die Vögel, die von ihnen leben. Selbst Rehe und Füchse werden in trockenen Jahren vermehrt an Gartenteichen oder Viehtränken beobachtet. Der Durst treibt sie näher an den Menschen heran.

Weniger Wasser bedeutet nicht nur weniger Lebensraum, sondern auch schlechtere Wasserqualität. Wenn sich Gewässer erwärmen, sinkt der Sauerstoffgehalt, und Algen breiten sich aus. Für Fische wie Äschen oder Forellen wird das tödlich. Amphibien verlieren nicht nur Brutplätze, sondern auch Rückzugsräume vor Feinden.

Wasserknappheit verändert damit nicht nur ferne Savannen, sondern auch unsere heimischen Landschaften. Sie stört den natürlichen Rhythmus, auf den Tiere seit Jahrtausenden vertraut haben. Jede Quelle, jeder Teich, jedes feuchte Stück Erde wird zum Lebensanker – und zeigt, wie eng unser eigenes Wohlergehen mit dem der Tiere verbunden ist.

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